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Regenwald -

zuerst sterben die Wälder,
dann der Mensch

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Die Lage ist wirklich bedrohlich; weltweit werden die Regenwälder in hohem Tempo abgeholzt. Die Insel Borneo z.B. verliert seit 1985 pro Jahr im Schnitt 860.000 Hektar (= 8600 qkm, das ist eine Fläche mehr als doppelt so gross, wie die Insel Mallorca).

Was ist eigentlich Regenwald?

Im allgemeinen versteht man unter Regenwald den tropischen Regenwald, also ein Ökosystem, das nur in den immerfeuchten tropischen Klimazonen anzutreffen ist. Es ist damit ausschliesslich in Äquatornähe zu finden: Mittelamerika, der Norden Südamerikas (vor allem Brasilien), das Kongobecken, Neuguinea und Südostasien inkl. Indonesien sind wichtige Standorte für ursprüngliche Regenwälder.

Kann man abgeholzten Regenwald wieder aufforsten?

Regenwald kann man nicht ersetzen, er lässt sich nicht wieder "aufzuforsten". Es würde mehrere Hundert Jahre dauern, bis ein Forst wieder ein Regenwald-ähnliches Ökosystem würde.

Gründe für das Verschwinden des Regenwaldes:

Die Verwendung von Tropenhölzern für die Möbelproduktion ist einer der Gründe. Dabei werden häufig nur die wertvollsten Tropenhölzer gezielt geerntet, die Masse der Bäume wird nur als Bauholz genutzt oder zu Papier verarbeitet. Im schlimmsten Fall werden diese wirtschaftlich weniger interessanten Hölzer einfach verbrannt.

Der Quetzel ist der berühmte Göttervogel der Mayas

Auch die unnötige Verwendung von Tropenholz durch Städte und Gemeinden, um angeblich naturnahe Promenaden, Fussgängerbrücken u.ä. zu bauen, spielt eine Rolle.

Noch viel schlimmer ist der Biosprit-Unsinn: Der Regenwald wird gerodet, damit man auf den Flächen gewinnbringende Palmöl-Plantagen anlegen kann, woraus dann u.a. "Bio"-Sprit hergestellt wird. Durch die weit verbreitete Brandrodung wird dabei ein Vielfaches mehr an CO2 freigesetzt, als durch den Einsatz von Palmöl anstelle von Mineralölen eingespart werden kann. > mehr dazu hier

Vor allem in Südamerika wird der Regenwald auch abgeholzt, um Weideflächen für das Vieh zu gewinnen bzw. Anbauflächen für das Futtermittel Soja - damit wir billiges Rindfleisch essen können. Die Umwandlung von Regenwaldflächen zu Weiden für Rinder trägt laut WWF ca. 70 % an der Vernichtung der brasilianischen Regenwälder bei - und gerade die Regenwälder Südamerikas gehören zu den bedeutendsten Tropenwälder überhaupt. Auch der nebenstehend abgebildete Quetzal ist ein Bewohner der Urwälder Mittelamerikas.

Wird der Regenwald überleben?

Ausser in einigen winzigen Gebieten, die mit grossen Anstrengungen der internationalen Staatengemeinschaft (z.B. durch die UNESCO) erhalten werden, wird es in weniger als 50 Jahren keinen Regenwald mehr geben! Es sei denn, dass die Menschheit mit dem Schutz der Natur jetzt wirklich anfängt. Sofort.

Regenwald mit Wasserfall

Die Folgen der Waldvernichtung werden gewaltig sein - sie sind es leider schon jetzt: Vor allem der Regenwald in Südamerika ist die grüne Lunge oder besser: die Wetterküche für uns alle! Er hat eine entscheidende Funktion für das Weltklima. Schon jetzt kann man viele der derzeitigen Naturkatastrophen direkt mit der Vernichtung der Regenwälder in Verbindung bringen.

Das globale Wetter entsteht über Grossräumen wie dem Atlantik, den Polargebieten und der Karibik. Und eben auch über dem Amazonasgebiet mit seiner unvorstellbaren Ausdehnung.

Kann man etwas tun gegen die Regenwald-Vernichtung?

Man kann was tun und wenn alle was tun, dann könnte es vielleicht auch noch helfen:

  • Kein Tropenholz verwenden und wenn es partout nicht zu vermeiden ist, dann aus sogenanntem nachhaltigen Anbau.
  • Achtet darauf, dass Städte und Gemeinden kein Bongossi-Holz u.ä. verarbeiten lassen.
  • Schluss mit dem Bio-Sprit-Wahnsinn. Keine Umwandlung von Lebensmitteln in Treibstoff. Ab und zu mal mit dem Fahrrad fahren, statt mit dem Auto zum Zigarettenholen.
  • Abbau des Güterverkehrs mit energie-intensiven LKW - Güter gehören auf die Bahn!
  • Ankurbelung des Öko-Tourismus, um den Regenwald-Ländern zu zeigen: Eure Natur ist ein Schatz, mit dem ihr sorgfältig umgehen solltet und der dann viel mehr und nachhaltiger Devisen bringt, als das einmalige Abholzen der Wälder.
  • Billig-Fastfood vernichtet die Natur!
  • Es gibt gute Aktionen der indigenen Bevölkerung in den Regenwald-Ländern, vor allem in Südamerika (s. www.uwa.de) und Indonesien. Solche Aktionen sollte man bekannt machen und eventuell durch Spenden unterstützen.
  • Mit anderen Menschen über diese Dinge ernsthaft sprechen. Bei vielen Menschen kann man dann nicht nur ein erschreckendes Unwissen über ökologische Zusammenhänge feststellen, sondern auch grosse Unsicherheit und Angst: Da ist was, was wir nicht unter Kontrolle haben - was sollen wir machen?

Interessante Informationen zu dem Thema gibt es übrigens unter www.regenwald.org. Die Leute dort sind sehr rührig ohne zu nerven, man kann den Newsletter bestellen und wird in unregelmässigen Abständen sehr sachlich und aktuell informiert.

CostaRica ist ein wichtiges Urlaubsziel für Oeko-Tourismus

Es steht schlecht um den Regenwald, aber vielleicht ist es noch nicht zu spät, wenn wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen und es nicht denen überlassen, die von der Regenwald-Vernichtung profitieren: Die grossen Holz- und Lebensmittelkonzerne und die Biosprit-Befürworter in der Politik, die die Umweltprobleme der Industrienationen verlagern wollen in die unterentwickelt gehaltenen Länder.

Ohne die regenerative Kraft der tropischen Regenwälder wird jedenfalls auch in Europa "die Luft dünn" - im wahrsten Sinne des Wortes! Auch wir sind abhängig von der Existenz der tropischen Regenwälder - trotz der gewaltigen Entfernung zu ihnen! Den wichtigsten Stellenwert nehmen dabei die primären Regenwälder ein - ihre Zerstörung ist ein in Hunderten von Jahren nicht zu reparierender Schaden.

Ein wichtiger Schritt bei der Rettung der letzten Regenwälder ist die nachhaltige Nutzung von Tropenholz bzw. die Verwendung europäischer Hölzer. Auch der Verzicht auf den Palm-Öl-Wahnsinn würde das Sterben der Regenwälder etwas einschränken - Bio-Diesel ist kein Fortschritt, sondern bewirkt das Gegenteil von dem, was es eigentlich zu bewirken vorgibt!

Tropischer Frosch

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